10.01.2021
Schrotfeld 15.4:

Mit nachhaltigem Denken Wohnraum und Lebensqualität schaffen

 

Attraktive Arbeitgeber vor Ort und eine verkehrsgünstige Lage sorgen dafür, dass Herrieden gefragt ist. Wer hier aufgewachsen ist, kann und möchte bleiben. Andererseits gibt es viele, die zu uns ziehen möchten – was unserer Stadt angesichts der Herausforderungen des demografischen Wandels guttut. Dies stellt die Stadt vor die Aufgabe, den vierten Abschnitt des Schrotfelds mit besonderem Weitblick zu entwickeln. Aus unserer Sicht gilt es dabei, die Bedürfnisse des täglichen Lebens in den Mittelpunkt zu stellen und gleichzeitig den ländlichen Charakter unserer Stadt zu erhalten.

 

„Wie soll es am Schrotfeld weitergehen?“ – Diese Frage beschäftigte den Stadtrat in Herrieden auch 2020 in besonderer Weise. Gilt es ein ganzes Stadtviertel zu entwickeln, geschieht dies nicht in städtischer Eigenregie. Deshalb hatte bereits der vorhergehende Stadtrat das Nürnberger Planungsbüro Vogelsang und die Münchner Verkehrsplaner von StadtLandVerkehr hinzugezogen. „In ihrer Denkweise sind die Planer stark in großstädtischen Räumen verankert“, betont Enz. „Es fehlt aus unserer Sicht das Fingerspitzengefühl für die Besonderheiten des ländlichen Raumes“, so der FW-Fraktionssprecher. Hinzu kommt, dass die Planer sich stark am Wahlausgang der Kommunalwahl orientieren – und deshalb durch extreme Verdichtung bei den Entscheidern punkten wollen.

 

„Natürlich sind wir uns bewusst, dass der Flächenverbrauch nicht ungebremst weitergehen kann“, unterstreicht Johann Heller. „Deshalb haben wir in der vergangenen Stadtratsperiode auch dafür gestimmt, den letzten Abschnitt am Schrotfeld dichter zu gestalten“. Was aktuell diskutiert wird, schießt aus Sicht unserer Fraktion allerdings über das Ziel hinaus. „Deshalb haben wir als einzige Fraktion einen eigenen Entwurf entwickelt – und hoffen, diesen weitgehend umsetzen zu können“, ergänzt der 3. Bürgermeister. „Außerdem ist ein wesentlicher Teil des Areals aufgrund der Emissionen eines in der Nachbarschaft befindlichen landwirtschaftlichen Anwesens auf Jahrzehnte hinaus nicht bebaubar. Dieses Gebiet sollte aus den Planungen herausgenommen werden. Es ist nicht ehrlich, so zu tun, als stünden dort Bauplätze zur Verfügung, wenn wir wissen, dass das Gebiet auf Jahrzehnte ausfällt“. Aus diesem Grund haben die FREIEN WÄHLER bei ihrer Planung den Geruchstrichter (gestrichelter Bereich) ausgeklammert.

 

Verkehrsführung

 

Ausschlaggebend für die Lebensqualität in einem Wohngebiet ist die Verkehrsführung. „Entscheidend ist, dass es auch zu Stoßzeiten wie morgens oder im Feierabendverkehr nicht zu Behinderungen kommt“, betont Enz. „Deshalb war uns eine doppelte Anbindung an die Hohenberger Straße wichtig“. Eine Position, die inzwischen mehrheitsfähig ist. „Darüber hinaus sollte der Verkehr gut verteilt werden, um nicht einzelne Anwohner übermäßig zu strapazieren“, ergänzt Gaby Rauch. „Aus diesem Grund wollen wir den neuen Abschnitt mit dem bisherigen Schrotfeld verbinden“, so das FW-Bauausschuss-Mitglied. Eine Sichtweise, die sich zwischenzeitlich auch bei den anderen Fraktionen durchgesetzt hat. Große Unterschiede gibt es aber bei der Frage nach dem Wie. „Die Planer haben immer wieder betont, das Auto so weit wie möglich verdrängen zu wollen. Deshalb ist in deren Plan auch nur eine knapp drei Meter schmale Durchfahrt geplant“, beklagt Enz. Die FREIEN WÄHLER schlagen dagegen vor, zwei Verbindungen zu schaffen. „Diese sollten unserer Meinung nach an ordentliche Straßen angeschlossen sein. Es widerstrebt uns, Steuergeld für unattraktive Straßen auszugeben, so wie Verkehrsplaner Ulzhöfer immer empfiehlt“. Damit es trotzdem keinen Durchgangsverkehr gibt, plädieren die FREIEN WÄHLER für eine geschwungene, nicht abkürzbare Verkehrsführung. „Dies verteilt den Anliegerverkehr des ganzen Schrotfelds und verhindert Pendlerströme von außerhalb Richtung Industriegebiet“.

 

Bezahlbarer Wohnraum

 

„Die Baukosten sind in den letzten Jahren explodiert“, weiß Gaby Rauch. „Deshalb möchten wir für bezahlbaren Wohnraum sorgen“. Aus diesem Grund treten wir für Mehrfamilienhäuser ein – an Stellen, wo diese sich nicht mit kleinerer Bebauung in die Quere kommen. „Allerdings ist der größte Bedarf immer noch bei Häusern“, betont Rauch. „Denn vor allem junge Familien wollen bauen. Die brauchen Platz und wünschen sich Abstand zu Nachbarn“. Immerhin zieht es die Leute auf das Land, um es großzügiger zu haben als in den Ballungsräumen. Weil das frei stehende Einfamilienhaus am meisten Fläche verbraucht und am teuersten ist, wollen die FREIEN WÄHLER verstärkt auf Doppel- und Reihenhäuser setzen.

 

Grüne Lunge schaffen

 

In den letzten Jahren sind die Sommer kontinuierlich wärmer geworden. Weil engere Bebauung für zusätzliche Hitze sorgen kann, machen wir uns gemeinsam mit unseren Koalitionspartnern für eine ausgedehnte grüne Lunge stark. Dort soll sich Raum für Radfahrer und Spaziergänger finden. „Aus einem Springbrunnen wollen wir ein kleines Wassersystem entwickeln. Das kann das Areal für flanierende Spaziergänger aufwerten und in den von Armin Jechnerer vorgeschlagenen Wasserspielplatz münden“, skizziert Enz. Diesen möchten die FW regional aufwerten. „Zum Beispiel durch ein Spielgerät in Form des Herrieder Stadt-Hasen“. Auch an die größeren Kinder und Jugendlichen soll gedacht sein, beispielsweise mit einem Basketball-Feld. „Dabei würden wir den Bereich für Kinder und Jugendliche auf Abstand zu den Wohngebieten halten, um Interessenskonflikte zu vermeiden.

 

Schul-, Rad- und Fußwege

 

Um Radfahren in der Stadt attraktiver zu machen, wollen wir im Konsens mit den Koalitionsfraktionen ein engmaschiges Fuß- und Radwegenetz entwickeln. Dies soll für eine attraktive Anbindung an Innenstadt und Industriegebiet sorgen. Darüber hinaus halten wir eine gut ausgeleuchtete Unterführung an der Hohenberger Straße in Richtung Schulzentrum für wichtig, damit die Kleinsten mehr Sicherheit bekommen.

 

Um den ÖPNV zu stärken, ist aus Sicht der FW außerdem eine Bushaltestelle mit Wendeplatz anzudenken. „Diese könnte zumindest für die nächsten Jahrzehnte innerhalb des Geruchstrichters platziert werden“, sagt Enz. Dies würde die Busnutzung für Anwohner attraktiv machen. Am besten in Kombi mit Fahrradboxen und Ladepunkten für E-Bikes.