11.01.2021
Baum-Radeln 2020:

Um unsere Bäume zu erhalten, gilt es ganz schön zu strampeln

 

Auf Einladung der FREIEN WÄHLER um den Baumbeauftragten Martin Hirsch ging das erste Herrieder Baum-Radeln über die Bühne. Ziel war es, Bürgerinnen und Bürger über die Bedeutung der Stadtbäume aufzuklären – und Handlungsbedarf zu identifizieren.

 

„Um es kurz zu fassen: Wir werden uns von einigen heimischen Baumarten verabschieden müssen“, sagt Martin Hirsch. Denn, so der gemeinsam mit Josef Göppel zum städtischen Baumbeauftragten bestellte Experte nicht alle Bäume können sich auf die wärmeren Temperaturen einstellen. „Dies gilt es bei Vorgaben für Bepflanzungen künftig zu berücksichtigen“, so Hirsch. Dennoch, da ist er sich mit Josef Göppel – der ebenfalls das Baum-Radeln begleitete – einig, kann die Stadt vieles tun, um den existierenden Baumbestand zu schützen.

 

Ein Beispiel konnten die Baum-Radler gleich zu Beginn sehen: Den Vorplatz der Stiftsbasilika. „Der Platz wurde in einer Zeit neu gestaltet, in der Pflanzen noch keine Priorität hatten“, so Hirsch. „Deshalb sind die Baumteller viel zu knapp bemessen. Sollen die prägenden Bäume erhalten werden, ist zügige Entsiegelung geboten.“

 

Eine weitere Station führte zum Schüller-Neubau. „Sie sehen hier eine riesige offene Fläche“, erläuterte Göppel. Von hier aus, so befürchtet der ehemalige Bundestagsabgeordnete, wird sich künftig eine Hitzewelle auf das Schrotfeld zubewegen. „Ein geschicktes Bepflanzungskonzept kann hier vorbeugen. Es existiert aber noch nicht“. 

 

Konkrete Formen angenommen hat bereits der Plan der beiden Baumexperten, zwischen Rauenzell und Herrieden einen Zukunftswald einzurichten. „Zu besonderen Ereignissen wie einer Hochzeit kann dort dann ein Baum gepflanzt werden“, erläutert Hirsch. Eine Idee, die grundsätzlich auch die Unterstützung der FW-Fraktion hat. „Allerdings müssen wir bei der Planung darauf achten, dass mit dem Vorhaben nicht die Möglichkeit einer Entlastungsstraße um das Schrotfeld herum verbaut wird“, mahnt Christian Enz. Bereits jetzt sind viele Möglichkeiten einer Trassenführung ohne Not vergeben worden – obwohl mit einer Zunahme des Verkehrs gerechnet werden muss. Denn nicht nur in Herrieden gibt es zunehmend mehr Autos.